Projektbeschreibung

Forschungsprojekt „Rückkehr der Mühlen?“: Historische Standorte und künftige Potenziale dezentraler Wasserkraftnutzung in Deutschland

Projektbeschreibung

Die Aufgabe des beantragten Forschungsvorhabens ist die Untersuchung früherer und gegenwärtiger Potenziale und Nutzungskonflikte von Kleinwasserkraftwerken in Deutschland. Es werden historische Standorte der Wasserkraftnutzung in den Blick genommen und auf die Möglichkeit einer Reaktivierung mit heutiger und zukünftiger Technologie hin überprüft. Dabei werden kulturelle, ökonomische, ökologische und rechtliche Rahmenbedingungen einbezogen.

Das Vorhaben stellt nicht nur Erkenntnisse für die Kleinwasserkraftwerke zur Verfügung, sondern macht Erfahrungen der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft nutzbar. Somit leistet das Projekt einen Beitrag zur Auseinandersetzung um die dezentrale Energienutzung und der mit ihr verbundenen Beanspruchung des Naturraums.

Basierend auf einer in interdisziplinärer Zusammenarbeit erstellten Typologie von Mühlenstandorten, ist es das wesentliche Ziel des Vorhabens, ein differenziertes Beurteilungsschema unter Einbeziehung von lokalen und regionalen Rahmenbedingungen und von technologischen, ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Kriterien zu erarbeiten. Das Projekt soll gesamtgesellschaftliche Handlungsstrategien im Spannungsfeld zwischen Chancen und Konflikten eines verstärkten Ausbaus der dezentralen Wasserkraft in Deutschland unterstützen. Zudem soll es u.a. lokalen Akteuren als wichtige Handreichung für die Einschätzung und Umsetzung der zu vermutenden gesellschaftlich-gewollten Potenziale der Kleinwasserkraftnutzung dienen. In der Bearbeitung dieser Zielsetzung geht das Vorhaben von historischen Erfahrungen und heutigen (technologischen) Erkenntnissen zur Wasserkraftnutzung aus und setzt eine enge Kooperation zwischen Geschichts- und Ingenieurwissenschaftlern voraus.

Die Forschungsarbeiten werden durchgeführt an Hand von zwei konkreten, in ihrer (hydro)geografischen Konstitution unterschiedlichen Regionen – Sauerland und Voralpenland – um mögliche Standorte für gegenwärtige und zukünftige Wasserkraftnutzungen zu identifizieren, diese in Bezug auf technologische, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Kriterien zu analysieren, Zielkonflikte auszumachen und mögliche Konfliktlösungsstrategien herauszuarbeiten.